Hier sammle ich Gedanken aus meiner therapeutischen Arbeit: Beobachtungen aus Gesprächen, wiederkehrende Fragen und Überlegungen, die zwischen den Sitzungen entstehen. Keine Ratgebertexte mit fertigen Antworten, sondern Notizen – für alle, die vor einer systemischen Therapie wissen möchten, wie ich auf diese Arbeit schaue.
Systemtherapeutische Gruppentherapie – Angst →
Angst kommt von Enge
Angst kommt von „Enge“ – und genau so fühlt sie sich an: Der innere wie der äußere Raum wird schmal. Warum das Sprechen in einer Gruppe diesen Raum wieder weiten kann und was dabei mit unseren gewohnten Gedankenpfaden geschieht.
Schuld und Emotionsregulierung →
Zwischen Zuweisung und Verantwortung
Schuld ist selten in Bewegung: Sie wird zugewiesen, angenommen, weitergegeben – und lähmt dabei alle Beteiligten. Gedanken darüber, wie aus einem starren Label wieder Verantwortung wird, die sich gestalten lässt, und was ein tragendes Umfeld dazu beiträgt.
Motivation und Ausgangshaltung in der Paartherapie →
Ich mache das für mich – und somit für uns
Paartherapie beginnt selten mit einer Diagnose, sondern mit einer Frage an die Einzelnen: Mit welcher Haltung gehe ich in dieses Gespräch? Warum Veränderung nicht beim Konstrukt „Paar“ ansetzt, sondern bei den Menschen, die es bilden – und weshalb ein wenig Eigennutz dabei hilft.
Verkantung und Stagnation im Therapieprozess →
Stillstand aushalten, den Raum halten
Nicht jede Sitzung bringt Bewegung. Manchmal steht der Therapieprozess still – und gerade dieses gemeinsame Aushalten kann tragen: warum Stagnation kein Scheitern ist, sondern eine Phase, in der Vertrauen und neue Gedanken wachsen können.